Gluten frei = innere Freiheit?

Hallo, heute geht es um das Thema Gluten. Ich hatte schon viel darüber gelesen… aber wie immer gibt es nichts besseres als ein Selbstversuch.

Ich finde das sehr wichtig, denn etwas „einfach übernehmen“, weil jemand das so sagt, passt nicht zu mir. 

Mittlerweile ernähre ich mich seit Anfang Februar glutenfrei. Wie gesagt, ich hatte schon vor langer zeit darüber gelesen, welche Auswirkungen Gluten auf unser Körper und vor allem auf unser Gehirn hat – wenn Du selber nachlesen möchtest, dann empfehle ich Dir die Bücher „Weizenwampe“ und „Dumm wie Brot“.

Wir wissen und hören heutzutage viel über Gesundheit und wir wissen natürlich schon einiges aber am schwierigsten ist es den eigenen Schweinehund zu überwinden. 

Ich wollte eigentlich das schon eher ausprobiert haben aber… es kommen viele „Abers“, viele Glaubenssätze die dahinter stehen. Vieles was wir ungefragt z.B. während unserer Kindheit aufgenommen haben. So kamen mir Ideen oder Gedanken wie: 

  • wie sage ich meine Schwieger-Mamma, dass ich Ihr Kuchen nicht essen werde?
  • was ist mit Brot oder mit Nuddeln, was werden die Anderen sagen, wenn ich das kaum anrühre?
  • soll ich den Rest meines Lebens darauf verzichten? wie halte ich mich ein Leben lang unter Kontrolle?

Es sind häufig eher Gefühle, hemmende Gefühle, die ich nun versuche zu formulieren, die aber sehr subtil sind.

Als ich klein und sehr jung war, habe ich Unmengen Brot gegessen, ich hatte einige Probleme, wie häufige Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Verstopfung u.a., ich wusste aber nicht, wo die Ursache dafür lag. Jetzt weiß ich es.

Zumindest hatte ich schon immer das Glück, dass Kuchen und Süßigkeiten nichts für mich waren. Aber Brot, ich war richtig süchtig danach. Ich konnte nicht aufhören und so war es, dass ich während der Pubertät bis 3/4 kg Brot am Tag gegessen habe. ja! Du hast richtig gelesen. Wenn ich anfing, dann konnte ich nicht mehr aufhören.

Später fing ich aber nicht an, das heißt ich vermied Brot/Nuddeln zu essen. Das funktionierte ganz gut mit einigen Ausnahmen. 

Und im Februar dieses Jahres war ich endlich so weit. Einige Familienmitglieder erfuhren das zuerst, andere später. Die erste Frage die ich hörte, war:

  • aber was isst Du denn dann?

danach kommen andere Fragen/Aussagen wie:

  • Du weißt nicht, was Du verpasst…
  • wie lange geht diese Diät?
  • warum machst Du das?

Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass Erklärungen zu geben, auf die Fragen einzugehen, nichts bringt. Denn die meisten Menschen möchten Dich nur bekehren, sie möchten, dass Du so weiter machst wie bisher, wir sind schließlich „Gewohnheitstiere“, wir finden die Sicherheit in der Routine. 

Wenn wir etwas ändern, sind nicht nur wir verunsichert, sondern wir verunsichern unsere Umgebung. Deswegen ist es wichtig sich im Klaren zu sein, was man gerade mit dieser Verhaltensänderung erreichen will bzw. wieso man es tut. Auch wenn es sich „nur“ um einen Versuch handeln sollte. 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist zu sagen: „ich tue das, weil es für mich gut ist“ bzw. „ich tue das nicht mehr, weil es mir nicht gut tut“. Denn, wenn Du sagst: „dies und jenes ist nicht gut“, dann gehen die Menschen auf Verteidigung-Modus. Da hat keiner was davon.

Vielleicht möchtest Du noch wissen, wie es war. Also, die ersten Wochen war ich im Kopf etwas „daneben“, nicht anderen haben das gemerkt aber ich, auch mein Darm war „daneben“. Langsam stabilisierte sich alles. Dann dachte ich, ich versuche ein Stückchen, da kann ich Dir sagen, es war keine gute Idee. Mein Kopf fühlte sich 3 Tage lang komisch an.

Mittlerweile ist alles super, ich probiere viele glutenfreie Rezepte aus und entdecke viele tolle Sachen. Es ist sogar ganz leicht, denn der Entzug ist vorbei. Ich fülle mich frei, nicht nur mein Kopf und mein Körper fühlen sich „leichter“ an, dieses „ich muss das essen und alles probieren“ ist einfach weg. 

Auch andere Familienmitglieder machen mit, wenn nicht zu 100%. Ich beabsichtige nichts weiteres als mir etwas gutes zu tun und dabei ein gutes Vorbild zu sein, zumindest insofern, dass ich mir was vornehme und durchhalte. Und wenn es Spaß macht… was will man mehr!!!

Ja! manchmal möchte ich gerne, dass andere um mich herum auch sofort begeistert sind und mitmachen. Aber schließlich habe ich selber Zeit gebraucht um hier zu stehen, wo ich stehe. So möchte ich auch den Anderen diese Möglichkeit nicht wegnehmen.

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